Microcrédit Solidaire Suisse

Die Stiftung

Leitbild

Mikrokredit Solidarität Schweiz investiert in Zeit, damit der Unternehmer in Geld investieren kann

Leitbild

Laut ihren Statuten besteht der Zweck der Stiftung MSS darin, “Menschen zu helfen, die vorhaben, ein Unternehmen in der Schweiz zu gründen, aber nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, insbesondere indem ihnen ein Mikrokredit und/oder unterstützende Leistungen angeboten werden“.

In der Praxis gewährt MSS Darlehen in Höhe von bis zu 30‘000 Franken, die zu einem Einheitszinssatz von 4% in höchstens 36 Monatsraten zurückerstattet werden. Der Mikrokredit kann in einer oder mehreren Tranchen erfolgen, je nach Bedarf und Vertragsbedingungen. MSS stellt zudem während des ersten Jahres die notwendige Betreuung des jungen Unternehmens und die intensive Begleitung des Neuunternehmers.

Diese Dienstleistung wird von den Kreditempfängern sehr geschätzt, weil es Ihre Anstrengungen unmittelbar anerkennt und ihre längerfristigen Überlebens-und Entwicklungschancen erhöht.

Die Solidarität, praktische Philosophie

Mit der Gründung des Vereins ASECE in 1998, hat Georges Aegler in diesem Initialen von Solidarität und Unternehmensgründung vereint. Damit hat er auf Anhieb auf die Philosophie und die Finalität seiner Massnahme hingewiesen.

    Als wesentlicher Wert von MSS, bildet die Solidarität in der Vergabe von Mikrokrediten auf verschiedenen Ebenen eine Kette:

  • Die erste Solidaritätskette bildet sich einerseits aus den Personen und Institutionen, die die Ziele und Aktivitäten von MSS durch finanzielle Mittel (Spender und Partner) unterstützen. Dann die Solidarität seitens der Stiftung selbst, insbesondere ihrer ehrenamtlichen Experten, die ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung stellen;
  • Eine zweite Kette besteht in der Solidarität seitens der aktuellen Mikrokreditnehmer, die mit ihrer Rückzahlung die Kredite anderer Unternehmensgründer finanzieren. Die Rückzahlungen der Einen finanzieren den Mikrokredit der Anderen.

Unsere Werte und Grundsätze

    Die praktischen Werte und ethischen Grundsätze, die von Mikrokredit Solidarität Schweiz vertreten werden, lassen sich wie folgt zusammenfassen :

  • Soziale und solidarische Wirtschaft
  • Lokales Wirtschaftsgefüge, kurze Wege, direkter Kontakt, solidarische Beziehungen.

  • Der Mensch im Mittelpunkt
  • Respekt vor dem anderen und Berücksichtigung seiner Bedürfnisse und Wünsche.

  • Gleichberechtigung und Gleichbehandlung
  • Alle werden gleich behandelt, unabhängig von Fall und Situation.

  • Würde und Autonomie durch Arbeit und Sicherheit
  • Bekämpfung von Ausschluss durch Arbeitslosigkeit oder finanzielle Not, Anerkennung der Selbstständigkeit als tragfähige Lösung.

  • Vertrauen als Fundament menschlicher Beziehungen
  • Auch in Geschäftsbeziehungen müssen Vertrauen – und Klarsichtigkeit – als grundlegende Elemente vorhanden sein

  • Ehrenamtliche Tätigkeit und Professionalität
  • Zeit spenden und Wissen teilen, mit Ernsthaftigkeit und professioneller Methode.

Kennzahlen

MSS in den letzten 20 Jahren :

4610

Erstkontakte

1840

registrierte Dateien

375

gewährte Kredite

CHF 7.1 mio

Gesamtbetrag der gewährten Kredite

CHF 5.1 mio

Anzahl der gezahlten Kredite

67%

der unterstützten Projekte sind nach 5 Jahren noch in Betrieb

40%

der Begünstigten eines Mikrokredits MSS waren arbeitslos

50%

der Begünstigten eines Mikrokredits waren Frauen

Wenn auch Sie diese Werte teilen und der Arbeit von MSS beitragen möchten

zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren um Ihre Kompetenzen zu teilen, zu spenden oder sich unserer Stiftung zu assoziieren.

Organisation

Stiftungsrat

Der Rat ist das oberste Organ von MSS, Stiftung Georges Aegler zur Unternehmensgründung. Der Rat legt die strategische Ausrichtung fest und ist für die Verwaltung der Finanzen und die Rechnungslegung verantwortlich.

Der Stiftungsrat konstituiert und ergänzt sich selbst durch Kooptation. Er setzt sich aus fünf bis neun Mitglieder zusammen, darunter mindestens zwei ehrenamtliche Experten. Seit dem ersten Januar 2016 gehören dem Rat acht Personen an:

  • Gérald Hirsig, Mitglied (2014) und Vorsitzender seit 2016
  • Samuel Bendahan, Mitglied (2013)
  • Marc Burkhalter, Mitglied (2013)
  • Philippe Bürki, Mitglied (2016)
  • Sabrina Dalla Palma, Mitglied (2017)
  • Ursula Jutzi Isler, Mitglied (2011)
  • Philippe Michel, Mitglied (2016)
  • Claude Rochat, Mitglied (2016)
  • Félix Nicolier, Mitglied (2018)
  • Yvette Jaggi, Ehrenvorsitzende seit 2016 (Vorsitzende 2006-2015)

Team

Eleonore Perrier, Geschäftsführerin
Nicolas Beiner, Marketingfachmann
Simon Nikles, Zivildienstleistender

Experten

Die 12 ehrenamtlichen Experten von MSS (darunter vier Frauen) bilden ein breit gefächertes Kompetenznetz auf den unterschiedlichsten Gebieten des Unternehmertums. Diese Experten bieten Gründern von Kleinunternehmen auf der Suche nach Unterstützung ihre beruflichen Kenntnisse sowie ihre eigenen Erfahrungen an.

Die ehrenamtlichen Experten wirken aktiv an den Tätigkeiten des Präsentationskomitees sowie der Kredit-Kommission mit. Zudem widmen sie sich den einzelnen Projektanalysen und bieten eine individuell zugeschnittene Beratung für Neuunternehmer an. Der Wert der ehrenamtlich erbrachten Leistungen unserer ehrenamtlich Tätigen macht diese trotz dem tief gehaltenen Tarif für Gutachten zu den wichtigsten Mäzenen von MSS.

Geschichte

Vom Pionnier Georges Aegler zur Blühte von MSS

Mit der Gründung des Vereins für Solidarität und Unternehmersgründung (ASECE) in 1998 und der anschliessenden Umwandlung in die gleichnamige Stiftung im Jahre 2000 hat George Aegler (1911-2007) in der Schweiz die Pionierarbeit geleistet und sogenannten integrativen Mikrokredit eingeführt.

Die Idee kam ihm mit der Lektüre von einflussreichen Denkern wie Mohammad Yunus, wessen Idee schon mit Grameen Bank im grossflächigen Bangladesh angewendet wurde, und Maria Novak, die "Bankerin der Armen", die in Frankreich eben den heute noch sehr aktiven Verein für das Recht zur wirtschaftlichen Initiative (ADIE),gegründet hatte. Es blieb noch einiges in der Anpassung des Mikrokredits an die Schweiz zu tun, wo die Arbeitslosigkeit seit den 90er-Jahren relativ hoch war.

Innerhalb dieser Konjunktur stellte der Mikrokredit eine besonders wünschenswerte Möglichkeit dar. Tatsächlich bietet er Personen ohne Zugang zu kommerziellen Bank-Darlehen, insbesondere wegen den fehlenden üblichen Garantien, einen Weg zur Finanzierung ihres Projekts der Bildung eines sehr kleinen Unternehmens.

Georges Aegler ahnte voraus, dass trotz dem dichten und diversifizierten Bankennetz der Schweiz, der Mikrokredit eine wesentliche und nachhaltige Rolle spielen würde: diejenige einer zu vorteilhaften Bedingungen angebotenen personalisierten Dienstleistung, die zugleich die wirtschaftliche Lebensfähigkeit und den sozialen Nutzen anstrebt.

Genau dieses Ziel verfolgt die seit 2009 Mikrokredit Solidarität Schweizgenannte Stiftung heute in ihrer einzigartigen und landesweiten Tätigkeit.

Dank dieser neuen Firmenbezeichnung, die in drei Worten das Produkt, die Philosophie sowie den Tätigkeitsradius definiert, konnte MSS einen neuen Aufschwung nehmen, beschleunigt durch das in 2013 neu eingeführte Verfahren (siehe Tätigkeitsbericht 2013) der Verarbeitung von Mikrokredit-Anfragen. Während in den Jahren von 2007 bis 2009 sich die Anzahl der jährlich zugewiesenen Mikrokredite durchschnittlich auf 17 belief, erreichte sie in den drei Folgejahren schon 27. Im Jahre 2013 konnte das MSS einen neuen Rekord von 31 vergebenen Mikrokrediten verzeichnen und alles deutet darauf hin, dass diese Zahl in 2014 längstens übertroffen sein wird.

Hommage an Georges AEGLER, Gründer

von Frau Yvette Jaggi, Vorsitzende der Stiftung, während der Abschiedsfeierlichkeiten am 7. Februar 2007.

photo Georges Aegler

Wir sind hier in dem von der Familie gewollten engen und vertrautem Kreise, um Georges Aegler wenigstens einen Teil der Würdigung zu geben, die er durch sein Leben und sein Wirken verdient hat, gekrönt mit seinem Meisterwerk, seiner Stiftung ’Fondation ASECE’. Er hat nicht nur der Stiftung seinen Namen gegeben sondern ihr auch die letzten sechs Jahre seines aktiven Lebens gewidmet, ein aktives Leben, das 30 Jahre die Norm der Sozialversicherung übertraf.

Diese Stiftung, sie war seine Hauptmotivation, fast seine Obsession, in jedem Fall gewissermassen seine « Familie », wie er es öfters zu sagen pflegte. Eine Familie und ein sich Einsetzen für den Mikrokredit und die Unterstützung von Unternehmern bis zu seinem letztem Atem. Seine « Familie » und sein Einsatz haben ihm das zurückgegeben, wonach er strebte: « Die Arbeit, die ich gemacht habe, hat meinem Leben Sinn gegeben.

Wenn ich sterben werde, werde ich wissen, dass das, was ich gemacht habe, dafür war, anderen Menschen zu helfen. » So äusserte sich Georges Aegler im letztem Herbst, als er begann, die Bilanz seines Lebens zu ziehen, eines Lebens, dessen Ende er sich nahen fühlte, da er seiner Krankheit trotz aller seiner Stärke nicht für immer widerstehen konnte.

Lausanne, le 7 février 2007

Publikationen und Medien

Film

Neuer Präsentationsfilm der Stiftung MSS mit Ausführungen zur Erfahrung zweier ehrenamtlicher Experten.